
Oberbayerischen Seen und Salzburger Land
Diese Tour widmet sich den Seen Oberbayerns mit Abstechern in das Salzburger Land und nach Tirol. Der Start ist wahlweise in Saalbach oder am Chiemsee.
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Motorradtouren im Zillertal: Zillertaler Höhenstraße, Schlegeis Alpenstraße, Gerlospass mit echten Maut-Tarifen, Bikertreffs, Werkstätten und die besten Tagesrunden in Tirol.
Das Zillertal zweigt rund 40 Kilometer östlich von Innsbruck bei Strass im Zillertal nach Süden aus dem Inntal ab. Auf gut 32 Kilometern bis Mayrhofen steigt der Talboden kaum an — von etwa 530 auf 630 Meter, keine hundert Höhenmeter über die ganze Länge. Die durchgehende B169 Zillertalstraße läuft entsprechend flach und weitgehend gerade durch Fügen, Kaltenbach und Zell am Ziller. Der Reiz des Reviers liegt nicht auf dieser Achse, sondern dort, wo die Seitentäler und die Höhenstraße abzweigen. Das Haupttal ist die Zufahrt; gefahren wird in den Flanken.

Die Talwände gehören drei Gebirgsgruppen: im Westen die Tuxer Alpen, im Osten die Kitzbüheler Alpen, im Süden der Zillertaler Hauptkamm. Dieser Kamm bildet seit 1920 die Staatsgrenze zu Südtirol; sein höchster Punkt, der Hochfeiler, misst 3509 Meter. Zwischen dem 530-Meter-Talboden und den Dreitausendern am Grenzkamm liegt die ganze Spannweite, die das Fahren hier ausmacht — enge, bewaldete Talschluchten unten, offene Almhöhen und Gletscherblicke oben.
Die einzige echte Passverbindung aus dem Tal hinaus ist der Gerlospass. Ab Zell am Ziller klettert die B165 ostwärts zur Passhöhe auf 1531 Metern und weiter über die mautpflichtige Gerlos Alpenstraße — Scheitel bei 1628 Metern — nach Wald im Pinzgau in Salzburg. Rund zwölf Kilometer Mautabschnitt, gut ausgebaut, mit langen Kurvenkombinationen, moderaten Steigungen bis neun Prozent und weitem Blick beim Abstieg zur Krimmler Talstufe. Wer das Zillertal nicht als Sackgasse fahren will, hat im Gerlos die logische Fortsetzung nach Osten.
Der fahrerische Kern des Reviers ist die Zillertaler Höhenstraße. Fünf mautfreie Zufahrten von je etwa acht Kilometern — unter anderem ab Ried, Kaltenbach, Ramsau, Aschau und Zellberg — münden in einen knapp zwanzig Kilometer langen, mautpflichtigen Kammabschnitt hoch über der Westflanke des Tals. Die Trasse hält sich meist zwischen 1700 und 2100 Metern, erreicht bei 2133 Metern ihren höchsten Punkt und verläuft über weite Strecken oberhalb der Baumgrenze. Sie ist überwiegend einspurig mit Ausweichstellen angelegt; auf der Denzel-Skala rangiert sie bei 2 bis 3. Kein Renn-, sondern ein Schaukurs: schmal, kurvenreich, mit fast ununterbrochenem Blick auf den Talgrund und den Hauptkamm gegenüber.

Charakteristisch fürs Zillertal sind die Stichstraßen in die südlichen Gründe — man fährt hinein und dieselbe Strecke wieder hinaus, was den Reiz nicht mindert, weil die Ziele markant sind. Bei Mayrhofen fächert sich das Tal in fünf Gründe auf: Tuxertal, Zemmgrund, Stilluptal, Zillergrund und Zamser Grund. Die für Motorräder reizvollsten davon sind über Mautstraßen erschlossen. Ab Mayrhofen führt die B169 weiter durch die Dornauberg-Schlucht nach Ginzling; von dort setzt die Schlegeis Alpenstraße an, sechzehn Kilometer Mautstrecke mit ampelgeregelten, einspurigen Tunneln hinauf zum Schlegeisspeicher auf 1782 Metern. Der Zillergrund öffnet sich östlich von Mayrhofen: achtzehn Kilometer Mautstraße bis zur Bärenbadalm, dahinter riegelt die 186 Meter hohe Bogenstaumauer des Speichers Zillergründl das Tal ab. Und das Tuxertal zieht westwärts bis Hintertux auf 1500 Metern, wo der Asphalt am Fuß des Gletschers endet.
Die großen Panoramastraßen des Reviers sind keine Zufallsprodukte. Die Zillertaler Höhenstraße wurde 1963 fertiggestellt, Maut wird seit 1978 erhoben; die Gerlos Alpenstraße eröffnete schon 1962 und wird bis heute von der Großglockner Hochalpenstraßen AG betrieben. Die Speicherstraßen ins Schlegeis- und ins Zillergrundtal entstanden im Zuge des Kraftwerksbaus zwischen den 1960er und 1980er Jahren — der Schlegeisspeicher wurde 1965 bis 1972 aufgestaut, der Speicher Zillergründl 1980 bis 1987. So ist auf engem Raum ein dichtes Netz gut ausgebauter Höhenrouten zusammengekommen, das es in dieser Bündelung an wenigen Talausgängen der Ostalpen kaum ein zweites Mal gibt.
Fahrtechnisch ergibt das ein klares Muster: unten schnelle, flache Talkilometer, dann der Wechsel in enge Kehren, sobald eine Zufahrt Höhe aufnimmt. Die Gefälle bleiben moderat, die Kurvenradien reichen von zügigen Bögen auf den Passrampen bis zu echten Spitzkehren an den steilen Talstufen. Wer die Höhenstraße mit zwei oder drei Gründen an einem Tag verbindet, sammelt rasch weit über tausend Höhenmeter im Auf und Ab, ohne je Autobahn zu berühren. Der Belag auf den bewirtschafteten Mautstraßen ist durchweg gut; auf den höchsten Abschnitten liegt bis in den Frühsommer stellenweise Restschnee an den Böschungen.

Zwei Punkte prägen die Tourenplanung. Erstens sind die Panoramastraßen — Höhenstraße, Schlegeis, Gerlos, Zillergrund — private Mautstraßen mit eigenen Gebühren; die österreichische Autobahn-Vignette gilt dort nicht, jede Strecke wird gesondert bezahlt und öffnet witterungsabhängig meist von Mitte Mai bis in den späten Oktober. Zweitens gelten an den einspurigen Tunneln der Schlegeisstraße Höhenbegrenzungen (Fahrzeuge bis 3,60 Meter) — für Motorräder ohne Belang, für hohe Gespann-Aufbauten aber zu beachten.
Klimatisch liegt das Zillertal an der inneralpinen Nordabdachung. Die Sommervormittage sind häufig klar und für die Höhenstraße die verlässlichste Zeit; über Mittag bauen sich an den Dreitausendern gern Quellwolken auf. Auf 2000 Metern bleibt es selbst im Hochsommer morgens frisch — eine warme Zwischenlage gehört ins Gepäck, auch wenn im Tal T-Shirt-Wetter herrscht. Wer früh startet, bekommt freie Sicht auf den Grenzkamm und trockenen Asphalt in den Kehren. In Summe ein kompaktes Revier: ein flaches Haupttal als Drehscheibe, darum herum eine Handvoll erstklassiger Höhen- und Stichstraßen, die vom 530-Meter-Talboden bis auf über 2100 Meter reichen.
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