Das Zillertal ist ein Sackgassen-Revier mit Mautschranken: Vom breiten Haupttal zweigen mehrere private Alpenstraßen und Stichstraßen in die Seitengründe und auf die Höhen ab, die meisten mit eigener Gebühr und eigenem Talschluss. Nur eine Straße führt am Ende wieder hinaus — die Gerlos-Alpenstraße nach Osten. Alles andere fährt man hinauf und dieselbe Strecke zurück, weshalb sich der Fahrtag hier um die Auffahrten dreht, nicht um Rundkurse. Was die einzelnen Straßen taugen, steht hier.
Zillertaler Höhenstraße – die Panoramaachse

Die Zillertaler Höhenstraße ist die längste der Mautstrecken: eine rund 48 Kilometer lange Panoramastraße hoch über dem Haupttal, über mehrere Auffahrten aus den Talorten wie Ried und Kaltenbach erreichbar. Am Melchboden klettert sie über 2.000 Meter, mit engen Kehren und weitem Blick auf den Hauptkamm der Zillertaler Alpen. Sie quert keinen Pass; weil aber jede Auffahrt für sich funktioniert, lässt sich ein Teilstück fahren und im nächsten Ort wieder ins Tal abkippen. Öffnung und Maut sind saisonabhängig und vor der Auffahrt zu prüfen.
Schlegeis und Hintertux – die großen Talschlüsse
Mayrhofen ist der Knoten, an dem sich das Tal in vier Gründe auffächert; zwei davon führen ganz nach oben. Die mautpflichtige Schlegeis-Alpenstraße windet sich durch Tunnel und Kehren zum Schlegeis-Stausee auf rund 1.800 Meter, wo eine gut 130 Meter hohe Staumauer türkises Gletscherwasser vor dem Hochgebirge hält — eine Sackgasse, die den Umweg lohnt. Parallel zieht das Tuxertal über Finkenberg nach Hintertux, auf normaler Straße ohne Schranke. Dort liegt das einzige ganzjährig geöffnete Skigebiet Österreichs; wer das Motorrad am Parkplatz stehen lässt, fährt mit der Gletscherbahn auf über 3.200 Meter.
Stillupgrund und Zillergrund – die stillen Gründe
Die beiden anderen Gründe hinter Mayrhofen sind schmaler und ruhiger. Der Stillupgrund ist eine mautpflichtige Stichstraße zum Stillup-Stausee, ab dem Talgasthof für den Privatverkehr gesperrt, eng und langsam zu fahren. Der Zillergrund zieht über eine Mautstraße in ein enges Almtal Richtung Speicher Zillergründl. Beide sind Hin-und-zurück-Strecken mit deutlich weniger Verkehr als Schlegeis und Höhenstraße; hier zählt die Ruhe, nicht das Tempo.
Gerlos-Alpenstraße – der einzige Ausgang nach Osten
Der einzige asphaltierte Ausgang aus dem Tal liegt bei Zell am Ziller: Die Gerlos-Alpenstraße steigt über den Ort Gerlos und den Gerlospass hinüber ins Pinzgau, mautpflichtig, mit einem Aussichtspunkt gegenüber den Krimmler Wasserfällen — mit rund 385 Metern Fallhöhe die höchsten Österreichs. Wer hier hinausfährt, hängt Mittersill, den Nationalpark Hohe Tauern und die Großglockner Hochalpenstraße direkt an die Zillertal-Runde an. Nach Westen und Süden bleibt das Tal geschlossen.
Das Haupttal und die Anschlüsse – rein und raus
Das eigentliche Zillertal von Strass bis Mayrhofen ist die rund 30 Kilometer lange, gut ausgebaute Bundesstraße, an der alle Seitenstraßen hängen — in der Saison verkehrsreich und von der Zillertalbahn begleitet, aber die Zufahrt zu allem. Am Nordende mündet das Tal bei Strass ins Inntal: nach Westen auf die Inntal-Autobahn Richtung Innsbruck, von Jenbach aus über die Achenseestraße hinauf zum Achensee und weiter nach Bayern — das dortige Revier deckt motorradtirol.de ab. Als Standquartier taugt das Zillertal für eine ganze Woche: Mautstraße für Mautstraße abfahren, ohne dass sich eine Strecke wiederholt.