Wo im Zillertal übernachten: Haupttal oder Seitental

Das Zillertal zieht sich schnurgerade von Strass in Tirol nach Süden bis Mayrhofen. Entlang dieser Talachse reihen sich die Standorte, die für Motorradfahrer als Quartier taugen: Fügen und Kaltenbach im vorderen Tal, Zell am Ziller in der Mitte, dazu Mayrhofen und das etwas höher gelegene Finkenberg nahe dem Talschluss. Wer es ruhiger mag, weicht in die Seitentäler aus. Das Tuxertal führt von Mayrhofen hinauf Richtung Hintertux, der Stillupgrund und der Zemmgrund enden nach wenigen Kilometern in engen, waldigen Talkesseln. Diese Gründe sind reizvoll, aber Sackgassen: Für die tägliche Ausfahrt geht es jedes Mal zurück ins Haupttal. Als Basislager mit kurzen Wegen in alle Richtungen ist die Talmitte um Zell am Ziller die sicherste Wahl, während Mayrhofen näher an den südlichen Bergstraßen sitzt. Der flache, breite Talboden macht die Anfahrt zu jedem Startpunkt entspannt — die eigentlichen Kehren beginnen erst dort, wo die Mautstraßen aus dem Tal ausbrechen.
Mautstraßen, enge Kehren und ein voll gebuchtes Tal
Die drei großen Fahrziele des Tals sind allesamt mautpflichtige Bergstraßen, und das prägt die Quartierwahl. Die Zillertaler Höhenstraße klettert als Panoramastraße über die Westflanke des Tals und wird im Winter gesperrt. Die Schlegeis-Alpenstraße von Mayrhofen hinauf zum Speichersee hat teils einspurige Abschnitte, die mit Ampeln geregelt werden, und ist ebenfalls nur in der schneefreien Saison offen. Die Gerlos-Alpenstraße verbindet das Zillertal bei Zell am Ziller über den Gerlospass mit dem Salzburger Land und den Krimmler Wasserfällen. Öffnungszeiten und Saisonbetrieb gehören vor die Anreise geprüft, denn früh im Jahr oder nach Wettereinbrüchen können die Höhenstrecken noch zu sein. Konkrete Mautbeträge nennt am zuverlässigsten der jeweilige Betreiber. Weil das Zillertal touristisch stark frequentiert ist, sind Betten in der Hochsaison knapp: Früh buchen zahlt sich aus, besonders bei den klassischen Tiroler Gasthöfen und Hotels mit Motorradgarage.
Ein Standort im Haupttal, drei Passstraßen
Die Geografie des Zillertals spielt Motorradreisenden in die Hände: Alle drei Mautstraßen zweigen vom selben Haupttal ab, und die Distanzen bleiben überschaubar. Von einem Quartier in der Talmitte sind die Zillertaler Höhenstraße, die Schlegeis-Alpenstraße und der Einstieg in die Gerlos-Alpenstraße jeweils in kurzer Zeit erreichbar, ohne das Basislager wechseln zu müssen. Das spart das lästige Umziehen von Etappe zu Etappe und lässt das Gepäck im Hotel liegen. Zell am Ziller liegt am zentralsten, weil von hier sowohl die Gerlosstraße nach Osten als auch die Höhenstraße nach Westen direkt starten. Wer den Schwerpunkt auf Schlegeis und das Tuxertal legt, fährt mit Mayrhofen oder Finkenberg am kürzesten. In beiden Fällen gilt: Ein gut gewähltes Quartier im Haupttal ersetzt zwei oder drei Etappenhotels. Bei der Buchung lohnt der Blick auf einen abschließbaren Stellplatz für die Maschine und die Möglichkeit, nasse Kleidung über Nacht zu trocknen — im alpinen Höhenklima kippt ein sonniger Vormittag rasch in einen kühlen Regennachmittag.
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